MANGOS statt Magnificent Seven – was ist das schon wieder?

Eines neues Akronym wurde erfunden, das KI-Unternehmen großes Gewicht verleiht. Doch ist der Trend nicht schon wieder vorbei?

OpenAI ist noch gar nicht an der Börse, aber schon Teil eines gehypten Akronyms.
OpenAI ist noch gar nicht an der Börse, aber schon Teil eines gehypten Akronyms.   Reuters / Dado Ruvic
Beate Lammer

27.07.2026 um 05:38 Kolumne von Beate Lammer Die Presse auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle hinzufügen.

Die Magnificent-Seven-Werte sind heuer gar nicht mehr so großartig. Nur Apple konnte seit Jahresbeginn stärker zulegen als der technologielastige Nasdaq 100 Index. Nvidia, Alphabet und Amazon schafften ein mageres Plus im einstelligen Prozentbereich. Microsoft, Meta und Tesla haben verloren. Die Ära der Glorreichen Sieben war kurz, aber eindrucksvoll. In den Jahren 2023 und 2024 stieg die Gruppe um 156 Prozent, während die restlichen 493 Aktien im S&P 500 nur ein Plus von 25 Prozent schafften. 2025 stiegen die Aktien der sieben Technologieriesen immerhin noch etwas stärker als der Gesamtmarkt.

Sollte man also hellhörig werden, wenn solche Begriffe wie „Magnificent Seven“ oder „FAANG“ die Runde machen?

Die Ära der FAANG-Werte währte länger. Im Jahr 2013 hatte der Moderator Jim Cramer den Begriff FANG für die stark wachsenden Technologiekonzerne Facebook (später Meta), Amazon, Netflix und Google (später Alphabet) erfunden, später war auch Apple in die Gruppe aufgenommen worden. In den folgenden zehn Jahren legten die fünf Technologiegiganten um 800 Prozent zu, während der breite Markt um 160 Prozent stieg.

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Nun macht wieder ein Akronym die Runde. Seine Entstehungsgeschichte ist komplizierter, es handelt sich um ein Internetphänomen auf der Plattform X. MANGOS steht für Meta, Anthropic, Nvidia, Google, OpenAI und SpaceX. Dabei sind zwei der Unternehmen, Anthropic und OpenAI, noch gar nicht an der Börse. Als die Weltraumfirma SpaceX im Juni an die Börse ging, erfreute sich der Begriff MANGOS gerade der höchsten Verbreitung.

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Die sechs Unternehmen decken jeden Schritt in der Wertschöpfungskette der KI-Revolution ab. Nvidia liefert die Hardware, Alphabet und Meta die Rechenzentren und Daten, OpenAI und Anthropic die führenden KI-Modelle, und SpaceX baut das Satellitennetzwerk, das diese KI-Systeme bis in die entlegensten Winkel der Erde vernetzen will.

Doch nach dem SpaceX-Börsengang ist die Euphorie abgeflaut, die Aktie ist gefallen. Nvidia und Alphabet haben keine großen Sprünge gemacht, nur Meta hat leicht zugelegt. Anthropic hält vorerst an seinen Börsenplänen in diesem Jahr fest, der IPO von OpenAI wackelt. Die MANGOS-Firmen geben derzeit Milliarden für Rechenzentren und andere Infrastruktur aus. Die hohen Investitionen dürften die Gewinnmargen in den nächsten Jahren schmälern.

Wird der MANGOS-Trend also nur von kurzer Dauer sein? Nicht zwangsläufig. Wenn die Bewertungen gesunken sind und sich die Investitionen zu rentieren beginnen, könnte es noch ein richtig lukrativer Investment-Trend werden. Eines sollte man aber beachten: Auch bei den FAANG- und Magnificent-Seven-Werten hatte es den Trend schon lange gegeben, bevor der Begriff überhaupt kreiert wurde. Bei den MANGOS-Werten ist das erst recht der Fall, frühe Investoren außerhalb der Börse haben am meisten profitiert.

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Doch dass der Trend gerade jetzt abrupt abreißt, ist wenig wahrscheinlich. Blind in alle sechs Werte investieren sollte man dennoch nicht. Bei SpaceX – und wohl auch Anthropic und OpenAI nach ihren Börsengängen – muss man nicht bei der ersten Gelegenheit um jeden Preis zuschlagen, und bei keinem der Werte ist garantiert, dass er nicht enttäuscht. Doch auch die Nvidia-Aktie hat im Jahr 2022 bis zu zwei Drittel ihres Werts verloren, bevor sie zu einem Höhenflug ansetzte, der sie zur größten Börsenfirma der Welt machen sollte.

E-Mail: beate.lammer@diepresse.obfuscationcom

»MANGOS steht für Meta, Anthropic, Nvidia, Google, OpenAI und SpaceX. Dabei sind zwei der Unternehmen, Anthropic und OpenAI, noch gar nicht an der Börse.«